St.Peter am Hart
|
St. Peter am Hart ist eine politische Gemeinde und gleichnamige Pfarre
der katholischen Kirche 3 km östlich von Braunau am Inn im Bundesland
Oberösterreich (Austria). |
"HART" ist ein althochdeutsches Wort für "WALD" -
Das große Waldgebiet von Altheim im Norden, St. Peter im Westen,
St. Veit im Osten und Mauerkirchen im Süden hieß schon auf den ältesten
Karten "Am Hart". Diese Ortsnamenergänzung "am Hart" wurde 1910
beschlossen. |
|
Der Ort ist in der Geschichte kaum hervorgetreten, und auch über
die Entstehung dieser Siedlung ist wenig Verlässliches bekannt.
Die ältesten Funde stammen aus der Zeit vor 2000 v. Chr. Als die
Römer das Gebiet politisch eingliederten (Noricum), trafen sie auf
einen blühenden keltischen Kulturraum. Ein wichtiger Römer-Straßenzug
führte durch unsere hochwassersichere Schotterterrasse. Zwischen
dem Schloss und der Kirche Bogenhofen wurden um die Jahrhundertwende
Reste eines schönen römischen Mosaikbodens und Gewölbeteile
freigelegt, was auf das Vorhandensein einer röm. Villa schließen
lässt. Das Gebiet wurde im 7. und 8. Jhdt. christianisiert. Die
älteste Ortschaft ist Bogenhofen, sie wurde 760 urkundlich erwähnt.
Die Herrschaftssitze Bogenhofen, Hagenau (1088 urk.) und Aham sind mit
der Entwicklung der Gemeinde und schließlich der Pfarre untrennbar
verbunden. Im 12. Jhdt. war der Stammsitz der bayerischen Ahamer im
heutigen Aham. |
|
|
In St. Peter wurde bereits ab 1750 Unterricht erteilt (Christenlehre,
Singen, Hauswirtschaft), die allgemeine Schulpflicht, die Maria Theresia
1774 erlassen hatte, galt dann auch für St. Peter ab 1779, als "das
Innviertel zu Österreich kam". Um 1825 schuf Pfarrer Lechner ein eigenes
Schulzimmer und es wurde der erste Lehrer eingestellt. 1876/77 wurde
schließlich ein Schulhaus errichtet (eingeweiht am 11. November 1877).
1979/80 wurde die heutige Volksschule gebaut.
Weiters befindet sich in Bogenhofen ein Oberstufenrealgymnasium mit
Schwerpunkt Instrumentalmusik und ein Seminar der Siebenten-Tags-Adventisten.
|
|
|
Als Vorläufer der heutigen politischen Gemeinden kann man die
Katastralgemeinden bezeichnen (Im 18. Jahrhundert wurde die flächendeckende
Anlegung von einwandfreien Grundsteuerkatastern zur möglichst gerechten
Besteuerung durch die Landesfürsten angeordnet). In unsere heutige politische
Gemeinde reichten die Katastralgemeinden Anzing, Hagenau und St. Peter.
Die heutige Ortsgemeinde ist ein Produkt der politischen Veränderungen
von 1848. 1850 wurde St. Peter eine eigenständige politische Gemeinde im
Erzherzogtum Österreich ob der Enns (obwohl dann noch 50 Jahre lang in
der Bevölkerung eine Unterscheidung zwischen St. Peter und Hagenau
vorgenommen wurde). 1949 wurde mit der Errichtung eines Gemeindehauses
begonnen (bis zu dieser Zeit war das Gemeindeamt in verschiedenen
Privathäusern untergebracht) - bezogen mit Jahresende 1950. Das Postamt
(seit 1888 "Post Hagenau am Inn in Oberösterreich") wurde 1951 in das
Gemeindegebäude verlegt. Damals hatte die Gemeinde 1467 Einwohner.
|
|
|
1958/60 wurde das Ortsbild wesentlich verändert. 1962 wurde die
Friedhofs- und Stützmauer zur Hagenauer Bundesstraße saniert bzw. errichtet.
1971 errichtete die Gemeinde das Freibad und drei Jahre später den Kindergarten
(Zubauten: 1984 und 1998). 1980 bekam die Gemeinde ein eigenes Standesamt
(damals begann die heutige "Singgemeinschaft St. Peter am Hart" als Kirchenchor).
1981 erhielt die Gemeinde ein kommunales Wappen und Gemeindefarben (Grün-Gelb-Blau)
|
|
Eine rege Bautätigkeit ab den 70er-Jahren bewirkte die Erhöhung der
Einwohnerzahl auf nunmehr über 2400.
|
|
Die Hagenauer Bucht am Unteren Inn:
Nach dem Bau des Kraftwerkes Frauenstein-Ering (1939 bis 1942) entstand
ein Rückstaubecken mit einer Fläche von rund 220 ha. Hier siedelten sich
zahlreiche Wasservögel an, die zu einem Großteil heimisch wurden.
Seit 1965 ist die Hagenauer Bucht Naturschutzgebiet.
|